Bundestagsabgeordneter Dr. Janosch Dahmen informiert sich beim Vor-Ort-Besuch über die Herausforderungen der Heilmittelbranche

Engpässe in der Heilmittelversorgung und lange Wartezeiten in den Praxen sind Realität. Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) setzt daher in diesen Tagen ein Zeichen: In einer breit angelegten Aktion treffen sich Praxisinhaber vor Ort mit Bundestagsabgeordneten in ihren Wahlkreisen und sprechen mit ihnen über ihre berufliche Situation und die Herausforderungen der Heilmittelbranche. Da die Bundestagswahl vor der Tür steht, ist jetzt der richtige Moment, das Gespräch mit den Politikern zu suchen, zu erläutern, welche „Schmerzpunkte“ es in der Branche gibt, und was politisch getan werden muss, um diese zu lindern.

In ihrer Physiotherapiepraxis in Witten traf sich die IFK-Vorstandsvorsitzende Ute Repschläger dazu mit Dr. Janosch Dahmen (MdB, Bündnis 90/Die Grünen) und Gerd Appuhn (IFK-Regionalausschussvorsitzender Witten) zum Gespräch. Dabei kamen vor allem die Themen Bürokratie, Fachkräftemangel und Vergütung der Heilmittelbranche zur Sprache. Dahmen zeigte großes Verständnis für die Probleme der Heilmittelerbringer. Besonders der Fachkräftemangel und die Ausbildungssituation für Physiotherapeuten in und um Witten interessierten ihn sehr.  Die Reform des Berufsgesetzes der Physiotherapeuten sieht Dahmen als wichtiges Vorhaben: „Ich gehe davon aus, dass das Berufsgesetz von der nächsten Regierung wieder aufgegriffen wird. Die therapeutischen Berufe, explizit die Physiotherapeuten, müssen mit einer modernen Berufsgesetzregelung gestärkt werden.“

Mit Blick auf die nun endende Legislatur sprach Repschläger auch noch einmal das Thema Berufsautonomie an. Die Branche war 2021 sehr positiv gestimmt, da im Koalitionsvertrag Modellvorhaben zum Direktzugang der Heilmittelberufe vorgesehen waren. „Wir können fachlich mehr, als wir momentan dürfen“, erklärte Repschläger. Im internationalen Vergleich sei es bereits üblich, dass Therapeuten Heilmittel ohne ärztliche Verordnung abgeben dürfen. Auch für dieses Thema hatte Dahmen ein offenes Ohr. Der ausgebildete Unfallchirurg ist dem Direktzugang nicht abgeneigt. „Ein Modellvorhaben könnte man von mir aus sogar direkt überspringen und den Direktzugang flächendeckend einführen“, sagte Dahmen. Dieses Thema nahm Dahmen auch mit auf den Bundesparteitag der Grünen am Wochenende und forderte dort in einem Antrag für das Parteiprogramm zur Bundestagswahl, den Heilmittelerbringern mehr heilkundliche Kompetenzen zu übertragen.

Nach der Fülle an Themen, die beim Termin diskutiert werden konnten, waren sich der Politiker und die Physiotherapeuten einig: Es gibt in der nächsten Legislaturperiode für die Politik einiges zu tun. Dahmen betonte zum Abschluss dazu noch einmal, wie wichtig ihm und seiner Partei Bündnis 90/Die Grünen dabei ein multiprofessioneller Ansatz für die Arbeit im Gesundheitsbereich sei. „Etwas anderes können wir uns auch gar nicht mehr leisten“, so Dahmen.

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Bild (v.l.): Gerd Appuhn, Dr. Janosch Dahmen, Ute Repschläger

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