Von Brennpunkten und Lichtblicken

Das umfangreiche Programm der 40. Fortbildungstagung der Vereinigung der Bobath-Therapeuten in Berlin am 20. und 21. Mai mit zahlreichen fachlichen Vorträgen und Seminaren zum Umgang mit Schmerz in der Bobath-Therapie ergänzte IFK-Vorstandsvorsitzende Ute Repschläger um aktuelle berufspolitische Brennpunkte und Lichtblicke.

Wo brennt es für die Branche und beim Bobath-Konzept, wo wird es für den Patienten brenzlig? In ihrer Präsentation nahm Ute Repschläger aktuell maßgebliche berufspolitischen Themen in den Fokus: Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels in der Physiotherapie sind bereits erste Analysen gestartet worden, wie das Branchenmonitoring in Rheinland-Pfalz oder eine Studie des Bundeswirtschaftsministeriums, an denen auch der IFK beteiligt ist. Zur weiteren Professionalisierung in der Physiotherapie betonte Ute Repschläger unter anderem die Notwendigkeit der Überleitung von Modellstudiengängen in das reguläre Bildungsangebot.

In puncto Vergütung stellte die IFK-Vorstandsvorsitzende die immerhin kleinen Fortschritte durch das Versorgungsstärkungsgesetz heraus, die sich insbesondere auf den Ost-West-Angleich positiv auswirken. Wichtig für eine größere Attraktivität des Berufs und die Gewährleistung der Patientenversorgung ist zudem eine größere Autonomie in der Physiotherapie, die allerdings nicht über den Umweg einer Blanko-Verordnung zu erreichen sei. Ute Repschläger warnte davor, dass die Branche damit in eine Falle tappe, indem die Ärzte die Verordnungshoheit behielten, die wirtschaftliche Haftung jedoch auf die Physiotherapeuten übertragen würde.

Für das Bobath-Konzept forderte sie, weitere klinische Forschung durch Fachgesellschaften voranzutreiben. Dazu verwies sie auf das Engagement des IFK und anderer Berufsverbände in diesem Bereich. Die Verbände unterstützen beispielsweise Cochrane Deutschland bei der Entwicklung eines Leitfadens zur Auswahl von Forschungsvorhaben oder schlagen eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis durch Plattformen wie den IFK-Wissenschaftstag oder Fachmagazine.

Der diesjährige Lichtblick: Bis zur Sommerpause soll der Entwurf für ein neues Heil- und Hilfsmittelgesetz vorliegen. Erwartet wird, dass damit endlich die Grundlohnsummenbindung entfallen sowie ein beschleunigtes und auf maximal drei Monate begrenztes Schiedsverfahren gesetzlich verankert werden kann. In der Vergangenheit hatten die Krankenkassen die bisherige Schiedsregelung für Vergütungsverhandlungen gern über viele Monate ausgereizt.

„So oder so: Gemeinsam kontinuierlich weiterkämpfen!“, lautete der Aufruf am Ende des Vortrags.

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